10.10.2018 / Artikel / Wahlen 2018 /

Wo sind die Wählerinnen und Wähler?

Als ich diese Zeilen schrieb, wusste ich noch nicht, wie hoch die Wahlbeteiligung in Prozenten an den kantonalen Wahlen sein würde. Erfahrungsgemäss ist aber gerade in meiner boomenden Einwohnergemeinde Risch die Wahlbeteiligung sehr tief und meistens figurieren wir am Schluss des Kantons. In der Gemeinde Risch kann es vorkommen, dass bei kantonalen Wahlgängen knapp über einem Drittel der wahlberechtigten Personen ihre Stimme abgeben, das ist tief. Woher kommt diese tiefe Wahlbeteiligung? Könnte es an der Individualisierung der Gesellschaft liegen oder einfach am Desinteresse der Bevölkerung an der Politik oder macht die Politik einen dermassen guten Job, dass die Bevölkerung gar keinen Einfluss nehmen muss?

Ich finde es schade, dass Wahlen nicht mehr mobilisieren. Gerade in unserem wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreichen Kanton Zug wäre es wichtig, eine repräsentativere Rückmeldung aus der Bevölkerung zu erhalten. Ich meine, es gehört zu unserer Verantwortung in der Politik wieder vermehrt das Interesse in der Bevölkerung zu wecken. Ich verstehe, dass man als Jugendliche andere Pläne im Kopf hat als die Politik.

Eine frühe Sensibilisierung der Jugendlichen finde ich wichtig. Als gutes Beispiel darf ich hier meine Teilnahme an einer Diskussions- und Fragerunde in einer Projektwoche an der Kantonsschule Zug nennen. Jugendliche, die sich an 2,5 Tagen vertieft mit der Politik befassen. Bravo. Noch wichtiger sind aber Erwachsene, die als Vorbilder für die Jugendlichen dienen, welche Ihren Pflichten bei den Wahlen nachkommen. Wie erhöhen wir das Interesse an der Politik? Als bürgerlicher Politiker widerstrebt mir die Einführung einer Wahlpflicht mit Bussenfolge. Vielleicht müsste man trotzdem einmal laut darüber nachdenken.