16.05.2019 / Artikel / Rischer Energiegenossenschaft /

Neuland im Sog der neuen Gesetze

Risch An der 7. Generalversammlung der Rischer Energiegenossenschaft (REG) wurde die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben. Und es ist klar, dass sich die REG reformieren muss.

Kürzlich fand die 7. Generalversammlung der Rischer Energiegenossenschaft (REG) statt. Sandra Hauser, die Genossenschaftspräsidentin begrüsste die zahlreich erschienenen Mitglieder, darunter zwei Gemeinderäte, und informierte über ein sehr erfolgreiches Jahr. Sie wies darauf hin, dass sich die REG wegen der Änderungen im Strommarkt und den fallenden Einspeisevergütungen reformieren muss, was eines der Hauptthemen der GV 2019 war.

Intern standen Ergänzungswahlen in die Verwaltung an. Gründungsmitglied und Präsidentin Sandra Hauser gab nach sieben Jahren und vier gebauten Anlagen ihr Amt ab. Roger Wiederkehr würdigte ihren enormen Einsatz für die REG. Als Ersatz für die Zurücktretende wurde der Rischer Hanspeter Baumann gewählt. Für den Rest der Amtsperiode wurde Roger Wiederkehr zum neuen Präsidenten gewählt.

Die Anlagen der REG lieferten dank dem guten Sommer gemeinsam einiges mehr als erwartet, sodass 2018 419,95 MWh Strom produziert werden konnten. Bei einem Zweipersonen-Haushalt in einer Wohnung werden durchschnittlich 2500 kWh/Jahr verbraucht. Die REG produzierte somit Strom für rund 170 Haushalte.

Die Anzahl Genossenschaftsmitglieder und Strombezüger blieb konstant. Die ­Verwaltung konnte mit Freude feststellen, dass trotz neuer ­gesetzlicher Vorgaben die Voraussetzungen für alternative Energien auf einem sehr guten Fundament stehen. Es stehen jedoch grosse Herausforderungen an, denn die neuen gesetzlichen Voraussetzungen (Energiegesetz EG) bedingen eine Verlagerung des Geschäftsmodelles hin zu Eigenverbrauchsgemeinschaften und eine stärkere Fokussierung auf den ökologischen Mehrwert.

Stephan Stalder stellte das Projekt ZEV Waldegg vor (eine erste konkrete Anwendung des ZEV und gleichzeitig ein schweizweit beachtetes Pilotprojekt und für alle Neuland). Finanzchefin Jasmin Hess zeigte mittels einer detaillierten Liquiditätsplanung und Business-Case-Berechnungen die finanziellen Folgen des Projektes auf. Es zeigt sich auch, dass Projekte, die nur noch über die Einspeisevergütung geplant werden, nicht mehr ökonomisch vertretbar sind.

Ein ZEV («Zusammenschluss zum Eigenverbrauch») ist die zentrale Innovation der Energiestrategie 2050 und ermöglicht die Energiewende im eigenen Haus oder Quartier/ Gebäudekomplex.

Durch die Installation einer Solaranlage ergibt sich in einem Mehrfamilienhaus, Gewerbegebäude oder Gebäudekomplex die Möglichkeit, die einzelnen Mieter, respektive Stockwerkeigentümer, in eine Eigenverbrauchsgemeinschaft zu bündeln und den produzierten Solarstrom innerhalb des Gebäudes oder des Gebäudekomplexes zu nutzen. Die REG nutzt dieses Mittel nun.

Projektkredit von 400000 Franken genehmigt

Der entsprechende Projektkredit von über 400000 Franken wurde einstimmig genehmigt. Er kann mit eigenen Mitteln gestemmt werden. Nach Abschluss dieses Projektes, wird die REG sechs Solaranlagen betreuen.

Zum Schluss blieb die Feststellung, dass, nicht zuletzt dank der intensiven und guten Zusammenarbeit und Unterstützung durch das dörfliche Gewerbe und der Einwohnergemeinde, die Erfolgsgeschichte der REG weitergeschrieben werden darf.

Für die Rischer Energiegenossenschaft:

Michel Ebinger

Artikel Zuger Zeitung vom 16.05.2019