26.02.2019 / Leserbrief / Klimawandel / ,

Jugend – Engagement für das Klima

Unsere Schülerinnen und Schüler seien ungebildet und sollen im Kloster Einsiedeln nach Antworten zum Klimawandel suchen. Solche und weitere Aussagen tätigte Herr Heiri Kuhn in seinem Leserbrief vom 7. Februar 2019.

Hier ein paar Fakten zu den aktuellen Wetterkapriolen. In der Schweiz hat die durchschnittliche Temperatur seit Messbeginn, im Jahr 1864, um 2°C zugenommen.  Damit ist der Anstieg in unserem Land doppelt so hoch wie der globale Anstieg. Weiter lassen sich die steigenden Temperaturen seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit natürlichen Faktoren (wie beispielsweise der Schwankung der Sonnenstrahlung) nicht mehr erklären. Auch sind neun der zehn wärmsten je gemessenen Jahre in der Schweiz im 21. Jahrhundert registriert. Zufällig?

In besagtem Leserbrief werden ausserdem die Umweltparteien kritisiert, welche versuchen die jungen Erwachsenen für deren Wahlkampf zu instrumentalisieren. Wie hat denn die SVP im Wahljahr 2015 die Schweiz mit ihren Parolen eingedeckt, als die Flüchtlingswelle Europa überrollte? Zurzeit ist eben ein anderes Thema aktuell.

Mich stört, dass viele kritische Bürger der heutigen Jugend Desinteresse an der Politik und Gesellschaft vorwerfen. Doch sobald diese ihre Stimmen für unseren Planeten erheben, ernten sie weitere Kritik. Die als “Generation Easyjet” abgestempelte Alterskohorte fragt sich korrekterweise: “Wer manövrierte uns überhaupt in diese missliche Lage?”

Der Leserbriefschreiber ist, gemäss seinen eigenen Aussagen, sehr interessiert an Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Bevor deshalb auf die untätige Jugend gezielt wird, sollten genau jene wie er ihren Beitrag leisten und als gutes Beispiel für unsere Kinder vorangehen. Wenn nicht wir in der Schweiz eine Vorreiterrolle einnehmen und versuchen die Klimaziele ernst zu nehmen, wo auf der Welt denn sonst?

Fabio Iten, Kantonsrat CVP Unterägeri