16.09.2020 / Leserbrief / Überregulierter Schilderwald /

Überregulierter Schilderwald

Ich möchte kurz ein anderes Thema aufgreifen als Corona oder die bevorstehenden Abstimmungen. Dazu wird bereits genug geschrieben. Unsere Familie ist Hundebesitzer und dadurch bin ich relativ viel zu Fuss in unserer Gemeinde Risch und insbesondere in Rotkreuz unterwegs. Durch die ausgeweitete Leinenpflicht muss ich mich nicht auf den Hund konzentrieren, sondern kann mir die Gegend zu Gemüte führen. Dabei ist mir aufgefallen wie viele unnütze Verbotstafeln, Gebotstafeln und Hinweisschilder aufgestellt sind.  Es ist ein wahrer Schilderwald, der nur eine sehr mässige Beachtung findet. Man könnte feststellen, dass die Schilder wohl da sind, aber keinen kümmert es. Es sind schlicht zu viele Schilder, die ihre Wirkung überwiegend verloren haben. Wen kümmert sich schon um ein Verbot für Fahrräder, dabei wären auch Mountain-Bikes gemeint. Entlang der Reuss in Rotkreuz findet sich ein Paradebeispiel von einem Fahrradverbot, welches eine Totalignoranz erfährt. Ich habe festgestellt, dass allgemeine Fahrverbote aufgestellt sind, da würden die Eigentümer mit ihrem Auto nicht mal mehr legal zu ihren eigenen Garagen fahren können. Auf dem Sportparkareal herrscht ein Hundeverbot, dass man nicht mal mehr einen Fussballmatch mit einem Hund sich ansehen kann. Ich meine, dieses Hundeverbot hat keine Rechtsgrundlage und ist ziemlich willkürlich aufgestellt worden. Durch die Überregulierung sollten wir nun die Umkehrsituation beschildern. Es ist wohl in Zukunft einfacher das Erlaubte zu beschildern.

Für die Polizei stellt dieser Verbotswald eine schwierige Situation dar. Sie muss die Verbote durchsetzen und Bussen verteilen. Um all die Verbote durchzusetzen müssten wir grundsätzlich das Polizeicorps verdoppeln um Herr der Lage zu werden und das kann es wohl nicht sein.

Schaffen wir also all die unnützen Verbots- und Gebotstafeln ab. Dies ist ein dringender Apell an die Gemeinden und den Kanton ihren Schilderwald so zu reduzieren, dass man durch die geringe Anzahl Verbote auch wieder eine Chance hat, diese zu beachten. Je weniger Verbote und Gebote, desto mehr Beachtung.

Zuger Woche für Mittwoch, 16.09.2020, von Roger Wiederkehr, CVP Kantonsrat, Risch