17.03.2018 / Artikel / / , ,

Die Politik belastet das Gewerbe mit immer höheren Abgaben

Vom 4. bis 6. Mai ist nach über 10 Jahren Unterbruch in Steinhausen wieder eine Gewerbeausstellung. Bei Gesprächen im Dorf stelle ich fest, dass viele Steinhauser die Ausstellung besuchen werden. «Ich kaufe, wenn immer möglich beim einheimischen Gewerbe und lasse Handwerksarbeiten von einem Steinhauser ausführen», meint ein Passant. Ein anderer entgegnet: «Die Steinhauser Handwerker sind doch viel zu teuer! Auf der letzten Kundenrechnung wurde mir einen Stundenansatz von 100 Franken verrechnet. Das kann ich mir als Angestellter nicht mehr leisten. Mit einer so hohen Verrechnung hat der Handwerksmeister Ende Monat über 18000 Franken pro Mitarbeiter eingenommen. Das ist das Doppelte meines Monatsgehaltes als Angestellter.»

Thomas Meierhans, Fraktionschef, Kantonsrat CVP Steinhausen

Könnte also der Handwerksmeister nach einem halben Monat bereits in den sonnigen Tessin fahren und seine Beine hochlagern? Oder haben hier Angestellte mit einem regelmässigen Gehalt vom Staat oder einer Grossfirma, komplett die Realität verloren? Wohin fliesst das viele Geld?

Beginnen wir bei der Gratis-Beratung und der Erstellung einer Offerte. Dafür stellt der Handwerker keine Rechnung, auch wenn der Kunde dankend absagt. Hier geht schon ein merklicher Teil des Verrechnungslohnes verloren. Dann kommen die von Politikern ausgearbeiteten, fürchterlich komplizierte Mehrwertsteuerabrechnung und die Steuererklärung. Oft muss dafür ein externer Treuhänder bezahlt werden.

Das Gewerbe braucht oft viel Platz. Wo findet der Handwerker im Kanton Zug überhaupt noch geeignete Räume? Unsere Zonenplanung berücksichtigt handwerkliche Produktionsstätte viel zu wenig.  Sicher ist heute nur, dass im Kanton Zug vom verrechneten Stundenansatz von 100 Franken, sehr viel für die Miete oder den Kauf von Gewerberaum wieder wegfliesst.

Verordnungen im Arbeitsgesetzt fordern in über 290 Seiten immer neue Sicherheitsvorschriften. Da geht sehr viel vom geglaubten Tessin-Aufenthalt weg und das Geld reicht kaum noch um am Ende des Monats die Löhne zu bezahlen. Übrigens die Löhne zahlt der Meister ungeachtet seiner Betriebsauslastung. Weiter hat der Angestellte auch während den Ferien ein Einkommen, obwohl in dieser Zeit der Chef nichts verrechnen kann. Wer einen Gewerbebetrieb hat ist am Ende des Jahres schon zufrieden, wenn 2 bis 5 Prozent übrigbleibt. Aus der Traum von grossen Ferien im Tessin.

Ich politisiere gerne in der CVP-Fraktion, die weiss, dass viele Ausgaben durch staatliche Eingriffe, Gesetze und Verordnungen verursacht werden. Leider stelle ich fest, dass sich die Politik im Kanton Zug immer mehr an den Grosskonzernen mit viel höheren Margen orientiert. Im Kantonsrat ist eine FDP-Fraktion die sich mehrheitlich um internationale Konzerne kümmert. Hinzu kommt die SVP mit einer Abschottungspolitik die zu staatlichen Zöllen nach Präsident Trump führt und damit den Materialeinkauf der Handwerker nur noch weiter verteuert. Sicher sind Grosskonzerne für unsere Zuger Wirtschaft unverzichtbar. Diese Firmen sind auch gute Kunden unseres Gewerbes. Ich politisiere jedoch für ein gesundes Nebeneinander von internationalen Grossfirmen und florierendem Gewerbe. Das Ziel muss sein, staatliche Forderungen an das Gewerbe zu reduzieren, damit den Betrieben nach getaner Arbeit und Bezahlung der Steuern auch ein vernünftiger Gewinn bleibt. Weniger Verordnungen und Gesetze bedeuten für uns alle auch tiefere Handwerkerpreise.

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