10.09.2017 / Leserbrief / / , ,

Altersvorsorgereform – Was tun?

In der Arena vom 1. September wurde eine Grafik gezeigt, die eine klare Antwort gibt. Die Grafik zeigt in zwei Kurven die Entwicklung des AHV Fonds für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Die eine Kurve stellt die Entwicklung bei einem Nein zur vorliegenden Revision dar, die andere den Verlauf bei Annahme der Revision. Bei einem Nein geht die Kurve ungebremst Richtung Kollaps steil abwärts. Ganz anders verläuft die Kurve bei einem Ja zur Revision. In den ersten Jahren nach Annahme der Revision steigt die Kurve sogar etwas ins Positive an, um dann allerdings nach Jahren auch wieder in den Negativtrend zu kippen. Aber auf jeden Fall verläuft diese Kurve bis ca. 2030 sehr viel günstiger als die Neinsager Kurve.

Infolge dieser Sachlage ist zweierlei angesagt. 

1.    Als Sofortmassnahme gilt es, mit einem Ja die vorliegende Reform in Kraft zu setzen. Sie nimmt unbestrittene Anliegen auf. (AHV-Alter der Frauen, Reduktion des BVG Umwandlungssatzes usw). Also ein Schritt in die richtige Richtung. Vor allem aber bremst sie den Abwärtstrend bei der Finanzierung der Altersvorsorgeeinrichtungen und gibt damit die Chance, während den nächsten 5-6 Jahren eine nachhaltige Reform zustande zu bringen. 

2.    Unbesehen ob ja oder nein, unverzüglich muss die Revision sowohl der AHV als auch des BVG an die Hand genommen werden. Die Notwendigkeit einer strukturellen und nachhaltigen Reform ist längstens bekannt.  

Die vorliegende Reform abzulehnen mit dem Argument, dass man ja in 1-2 Jahren eine bessere Reform zustande bringen könne, ist Illusion. Aus Erfahrung wissen wir, dass eine neue Reform mindestens 5-6 Jahre in Anspruch nehmen wird. Diese Verzögerung ohne die vorliegende Reform würde die ohnehin missliche Situation der Altersvorsorgewerke weiter dramatisch verschlechtern und zwar zum Schaden von allen Generationen.

Das Gebot der Stunde: Ja zur vorliegenden Reform.

Urs Perner, Allenwinden